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Schloss Leuben Oschatz 2002
Eine Wiedergeburt - Das Wasserschloß zu Leuben

Wer Leuben einmal besuchen möchte, braucht nur dem Verlauf der alten Poststraße nach Hubertusburg folgen. Diese Straße führte ehemals durch den Hof des Rittergutes am Schloß Leuben vorbei. Schon zu Zeiten der Slawen hat sich hier eine wehrhafte Wasserburg befunden, umgeben von zwei Wassergräben. Die Inselanlage, wie wir sie heute kennen, legte der „Oberstallmeister, Generalmajor und Amtmann von Colditz“, Hanns Gottlieb von Thielau, an. Er kaufte 1698 das Rittergut von den Grafen von Taube.
Hans-Gottlieb von Thielau kam aus Kroitzsch in Schlesien, Kreis Liegnitz, an den sächsischen Hof und wurde vom sächsischen Kurfürst Johann Georg III zum Erzieher seiner beiden Söhne ernannt. Um 1700 erhob sich das Leubener Schloß als kleiner Renaissancebau auf der Insel. Der barocke Baustil, der sich in der Folgezeit beim Schloßbau in Sachsen durchsetzte, hielt auch in Leuben Einzug. So wurde im Jahre 1720 mit dem Schloßbau begonnen. Die Schloßinsel erhielt barocke Formen, und ein größeres, elegantes Schloßgebäude entstand auf einer mit Statuen und Vasen geschmückten zweistufigen Terrasse.
Im Jahre 1835 vernichtete ein Blitzschlag den Schloßturm mit dem Obelisken. Die Familie von Thielau besaß Leuben bis in das Jahr 1912. Durch Erbe ging es dann in den Besitz der Familie von Pflugk auf Tiefenau und Cottewitz über. Mit dem Kriegsende 1945 kam die Bodenreform in der Sowjetischen Besatzungszone und die Enteignung der Besitzer, welche nach Rügen deportiert wurden. Das Leubener Schloß und die Wirtschaftsgebäude waren seinerzeit mit Flüchtlingen belegt.
Durch eine glückliche Fügung überlebte Schloß Leuben die Zeit um 1950, in der viele sächsische Herrenhäuser und Schlösser untergingen und deren Abbruchsteine anschließend als Baumaterial Verwendung fanden. Nach einer vielseitigen Nutzung in den ersten Jahrzehnten der DDR sperrte die Bauaufsicht dann ab 1975 das Schloß wegen Baufälligkeit.

Bild oben: Schloß Leuben im Jahr 2002 ...

Bild unten: ... und nur fünf Jahre später.
Schloss Leuben Oschatz 2007
In Folge der Wiedervereinigung gelangte das Gemäuer in den Besitz der BVVG, die es an zwei Investoren aus Kassel verkauften. Diese hatten große Pläne, von denen bis auf einige zerrissene Planen als Abdichtung der fehlenden Dacheindeckung nichts übrig blieb. In der Folge mutierte der das Schloß umgebende Teich zu einer stinkenden Kloake. Von seinem Besitzer und dem Denkmalschutz verlassen, schien ein Ende unvermeidbar.
Doch es kam anders. Nicht durch einen großen Investor, nicht durch den Denkmalschutz, und auch nicht durch plötzliches Interesse der Stadt Oschatz, zu der Leuben als Ortsteil gehört. Nein, Menschen aus dem Dorf retteten ihr Schloß vor dem sicheren Untergang.
Angesichts des immer desolateren Zustands des Schlosses sowie der Untätigkeit aller Behörden gründete sich im November 2004 der Leubener Schloßverein e.V., dessen Ziel in der Rettung des Schlosses besteht. Dem Verein ist es gelungen, das Schloß dem Eigentümer abzukaufen, damit die Notsicherung des Daches so schnell wie möglich beginnen konnte. Unter einer großen Beteiligung der Leubener Einwohner wurde Wildwuchs von den Treppen und Terrassen entfernt, Bauschutt entsorgt sowie Abbrucharbeiten geleistet. So konnte der Verein bereits am 23. September 2005 bei Kaiserwetter dem Schloß die Krone aufsetzen.
Viele Leubener und Vereinsmitglieder arbeiten gemeinsam an der Keimzelle des Dorfes, damit der Ausgangspunkt der Entwicklung von Leuben nicht einfach spurlos verschwindet. Schließen wir uns einfach den Worten von Pfarrer Seidel in der 1901 erschienenen „Neuen Sächsischen Kirchengalerie“ an, als er dem Schloß im letzten Satz seines Berichtes wünschte: „Möge es vor weiteren schweren Schicksalsschlägen bewahrt bleiben und Gottes Hand allezeit in Gnaden über ihm walten!“
Umfangreiche begleitende Literatur zu Ihrer Wanderung (im Regelfall über 20 verschiedene Beiträge und/oder Publikationen nur zu diesem einen Streckenabschnitt, allein in den 44 Ausgaben des Mittelsächsischen Heimatboten finden sich über 500 verschiedene Beiträge zu Kultur und Geschichte der Region) finden Sie unter www.annalista-saxo.de, dort auch die Bestellbedingungen für die nachfolgend aufgeführte Fremdliteratur, die ebenfalls über uns bezogen werden kann:
Rad- und Wanderkarte Dahlener Heide, Wermsdorfer Wald und Umgebung vom Verlag Dr. Barthel, Preis: 4,90 Euro



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