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Eine Mühlensage

Die Sage vom Teufelsgraben zwischen Elbe und Röder

Viele Sagen haben auch einen historischen Hintergrund. Konnte dieser nicht oder nicht mehr vollständig erklärt werden, entstand im Laufe der Zeit oft eine Sage. So verhält es sich auch bei dem heute vorgestellten Teufelsgraben, zu dem der verdienstvolle einstige Nieskaer Lehrer Paul Weise in seinem vor etwa 70 Jahren erschienenen Heft „Aus dem heimatlichen Sagenschatze“ die Sagen Nr. 55 und 56 beisteuerte. Folgen wir also Paul Weise nach Koselitz und Lichtensee.

Der sogenannte Teufelsgraben, wahrscheinlich ein uralter Grenzwall, ist ein 8-12 Ellen breiter und 2-4 Ellen tiefer von Westen nach Osten laufender Graben ohne Grundfläche, der eine Viertelstunde von den sogenannten Kaitzschhäusern bei Fichtenberg anhebt, dann nach dem Vorwerk Gohrisch und nachher nach Tiefenau zu läuft und endlich in der Nähe des Dorfes Koselitz aufzuhören scheint. Die Volkssage (hier gekürzt) aber schreibt ihm folgenden Ursprung zu:
Dem Koselitzer Müller fehlte es einmal lange Zeit zum Mahlen an Wasser. Am einem Abend sprach ein fremder Mühlknappe um Arbeit an. Dem klagte der Müller seine Not. Der Fremde sprach: "Ihr sollt stets Wasser genug haben. Gebt mir Eure Tochter zur Frau. Bis zum ersten Hahnenschrei ist das Wasser da und die Mühle im Gange!" Da versprach ihm der Müller seine Tochter, aber der fremde Mühlknappe ließ es sich schriftlich geben.
Noch in derselben Nacht entstand ein schrecklicher Sturm. Der Teufel war mit seinen Gehilfen bei der Arbeit. Sie hoben einen Graben aus, der das Wasser der Elbe nach der Röder führen sollte. Immer näher kam das schreckliche Getöse und Unwetter. Dem Müller wurde Angst und bange. Er erzählte seiner Tochter und seinem treuen Mühlknappen - heimlicher Geliebter der Tochter - von dem Vertrag. Nach langem hin und her fiel endlich dem Mühlknappen ein längst bekanntes Mittel ein. Er ging in den Stall und rumorte herum, daß die Hühner aufwachten und der Hahn munter sein Kickericki! krähte.
Das hörte der Teufel, und voll Wut entfloh er mit seinen Gehilfen. Einen großen Teil des Grabens zerstörte er wieder, doch hatte der Müller fortan Wasser genug. Der gerettete Müller gab seine Tochter dem treuen Knappen zur Frau. Noch heute heißt aber eine in der Nähe von Lichtensee liegende öde, sumpfige Waldstelle „das Teufelsnest“, weil der Teufel nach seiner Niederlage hier seinen Wohnsitz aufgeschlagen haben soll. Möglicherweise war das Teufelsnest einst ein Ort heidnischen Gottesdienstes, den die christlichen Priester so nannten, um Abscheu zu erwecken.

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