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Schloss Siebeneichen
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Eine Wanderung durch den Siebeneichener Forst (ca. 6 km)

Von den linkselbischen Tälern, etwa 1500 Meter südlich des Meißner Altstadtkernes, lugt über die Wipfel hoher Bäume das Schloß Siebeneichen hinab ins Elbtal. Umgeben ist es von bewaldeten Hängen, die sich mit tief eingeschnittenen Tälern abwechseln.
Unter Einbeziehung dieser natürlichen Landschaft entstand hier in den Jahren 1816/18 und 1830/42 einer der frühesten „englischen“ Landschaftsparks Sachsens. Wenn auch die einstige Struktur des Parkes nur noch in wenigen Partien erlebbar ist, so ist das Begehen der Wege schon allein durch die oft überraschend schönen Ausblicke sowohl hinab ins Elbtal als auch hinauf zum Schloß lohnenswert.
Beginnen wir unsere Wanderung an einem kleinen Autoparkplatz nahe der B 6. Wir finden ihn, wenn wir Meißen auf der Bundesstraße in Richtung Dresden verlassen und rechts nach einem markanten roten Backsteinbau Ausschau halten - dem 1893 errichteten alten Meißner Wasserwerk.
Bemerkenswert ist schon am Parkeingang eine etwa 300 Jahre alte und 38 m hohe Platane. Mit 6,75 m Stammesumfang und 39 m Kronendurchmesser zählt sie zu den außergewöhnlichen Erscheinungen des Parks. Unweit des Baumes befindet sich das sogenannte „Forsthaus Siebeneichen“, in welchem seit Ostern 2001 eine kleine Erlebnisgaststätte ihr Domizil hat. Eine zeitgenössische Flurkarte zeigt bereits im 16. Jahrhundert ein Gebäude an diesem Standort. Sein heutiges Aussehen mit den eingefügten Renaissanceportalen sowie neogotischen Vorhangbogenfenstern erhielt der Bau um 1800 im Zuge einer Umgestaltung im Stile der Romantik.
Nun führt unsere Wanderung steil hinauf zum Schloß. Rechts am Wege befindet sich der 1972 begründete Meißner Heimattierpark. Noch mehrere Schritte wandern wir den hier hohlwegartig eingetieften Weg bergan, dann markieren links zwei alte Linden den Zugang zu einem sonst nur schwer erkennbaren schmalen Fußweg hangaufwärts zum Schloß Siebeneichen.
Auf einer steilen Anhöhe erblicken wir das imposante Bauwerk. Uns zugewandt ist der wuchtige Palas der Schloßanlage mit seinen beiden quadratischen Ecktürmen. Er ist der älteste Teil des Ensembles. Das Scheibenprofil der sandsteinernen Fenstergewände kündet vom Stil der Renaissance. Der Schloßbau dürfte um 1545 begonnen worden sein und kam wohl um 1555 zu seinem vorläufigen Abschluß.

Bild oben: Schloß Siebeneichen.

Bild unten: Eine Brücke auf unserer Wanderung.
Brücke bei Siebeneichen
Bauherr war der kurfürstliche Rat Ernst von Miltitz, welcher zwischen 1524 und 1555 ranghohe Ämter in der kursächsischen Landesverwaltung innehatte. Die übrigen Schloßgebäude, die wir jetzt umwandern, errichtete man um 1748 bzw. gestaltete in dieser Zeit ältere Gebäude in schlichtem Barock um.
Jetzt stehen wir vor der Eingangsfassade des Schlosses. Sie zeigt als Bauplastik in barocken Kartuschen die Wappen derer von Miltitz und von Heynitz. Im Schloß befindet sich die Sächsische Akademie für Lehrerfortbildung. Hier betreut man Pädagogen aus ganz Sachsen, insbesondere Mitarbeiter der Schulaufsicht sowie Lehrer mit besonderen Aufgaben im Bereich der Schulentwicklung.
Während des Betriebes von Montags bis Freitags ist zumindest ein Blick in die Eingangshalle möglich. Der langgestreckte Innenhof überrascht durch seine beiderseitig angeordneten, einst offenen Arkadengänge. In der Vorderen Eingangshalle sind an der linken Seitenwand die Reste des Sandsteinepitaphes des ersten Schloßherren - Ernst von Miltitz auf Siebeneichen, gestorben 1555 - befestigt.
Möglicherweise befand sich einst auf der Baustatt des jetzigen Schlosses eine hochmittelalterliche kleinere Burganlage. Auch wenn bisher kein Nachweis dazu erbracht werden konnte, deuten sowohl bestimmte landeskundliche Belange als auch die ausgeprägte Spornlage auf die mögliche Existenz einer solchen Anlage hin.
Wir verlassen nun das Schloßensemble auf einer geraden Allee, flankiert von Plastiken neuzeitlicher Künstler. Vor uns befinden sich, kenntlich durch einen Giebel in Renaissanceformen, die Reste des ehemaligen Rittergutes Siebeneichen. Als „Eigengut“ wurde es im Jahre 1220 erstmals urkundlich erwähnt.
Nach dem Passieren der Umgrenzungsmauer biegen wir sofort nach links ab und setzen unsere Wanderung auf der Hangseite gegenüber des Schlosses fort. Das hier befindliche Kerbtal namens „Küchengrund“ erhielt seinen Namen wohl von dem im 16. Jahrhundert auf den Hangterrassen angelegten Schloßgärtchen.
Über den Weg durch den Küchengrund können wir nun den Rückweg zum Forsthaus antreten. Wer noch etwas weiter wandern möchte, kann dies nach Überschreiten einer kleinen Holzbrücke auf dem Hangweg südlich des Küchengrundes tun. Der Weg führt uns in ein tief eingeschnittenes Kerbtal, die Bockwener Telle. Überqueren wir hier die Holzbrücke und biegen rechts ab, gelangen wir nach Bockwen, wo wir schön in einer Gaststätte rasten können. Falls unsere Beine schon müde sind, wählen wir die andere Richtung und wandern durch den Talgrund wieder zum Parkplatz zurück, wo mit dem Forsthaus ebenfalls eine Rastmöglichkeit auf uns wartet.
Umfangreiche begleitende Literatur zu Ihrer Wanderung (im Regelfall über 20 verschiedene Beiträge und/oder Publikationen nur zu diesem einen Streckenabschnitt und seiner Umgebung, allein in den 44 Ausgaben des Mittelsächsischen Heimatboten finden sich über 500 verschiedene Beiträge zu Kultur und Geschichte der Region) finden Sie entweder bei einem der von mir angebotenen Termine oder unter www.annalista-saxo.de, dort auch die Bestellbedingungen für die nachfolgend aufgeführte Fremdliteratur, die ebenfalls über uns bezogen werden kann: Rad- und Wanderkarte Meißen und Umgebung vom Verlag Dr. Barthel, Preis: 4,90 Euro. Diese Karte bitte im Buchhandel bestellen (ISBN 3-89591-074-0), da nicht bei uns verfügbar!



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