Eine Wanderung durch Mühlberg und seine Umgebung
Jetzt geht es ab ins Ausland. Allerdings benötigen wir sowohl von Oschatz als auch von Torgau weniger als 30 Minuten, um über die neue Brücke bei Staritz in die brandenburgische Kleinstadt zu kommen. An der Elbe gelegen, gehörte sie bis 1815 zu Sachsen, was auch die sächsische Postmeilensäule im Ort bezeugt. Beim Volksentscheid 1990 stimmten über 65% der Einwohner für eine Rückkehr des Ortes nach Sachsen. Genützt hat es, wie wir heute wissen, nichts.
Aber das alles soll uns nicht davon abhalten, einer der sehenswertesten Kleinstädte an der Elbe einen Besuch abzustatten. Weithin sichtbar sind die beiden Gotteshäuser des Ortes. Zur Zeit ihrer Erbauung stand jedes von ihnen in einer eigenen Stadt. Bis in das 16. Jahrhundert besaßen beide Städte sogar noch einen eigenen Bürgermeister, obwohl sie eigentlich längst zusammen gewachsen waren.
Die Altstadt beherbergt das Kloster mit seiner herrlich Backsteinkirche. Seit dem Sommer 2001 wirkt hier sogar wieder ein Mönch. Nur wenige Meter westlich der Klosterkirche gelangen wir zur ehemaligen Klosterpropstei. In diesem Gebäude befindet sich das Mühlberger Stadtmuseum. Beim Durchwandern der Räume stellen wir fest, daß die heutige Kleinstadt einst viel bedeutender war - es gab sogar ein Amt Mühlberg, angrenzend an die Ämter Oschatz und Torgau.
Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Neustadt gehört das 1545 erbaute Schloß. Ein Stück weiter liegt der Mühlberger Hafen, gelegen an einem alten Elbarm. Hier steht ein Erinnerungsstein an die Schlacht bei Mühlberg im Jahre 1547. Der seinerzeit in Torgau residierende Kurfürst Johann Friedrich verlor hier nicht nur seine Kurwürde, mit seiner Niederlage endete auch die Glanzzeit des Schlosses Hartenfels, da die späteren sächsischen Kurfürsten Dresden zu ihrer Residenzstadt wählten.
Bild oben: Immer einen Besuch wert: die Klosterkirche von Mühlberg (Tel. für Besichtigungen 035342/470).
Bild unten: Im Lager Mühlberg.


