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Von Markgrafen und Landthingen

Collm Linde 1000 Jahre
Die tausendjährige Linde in Collm erzählt

Um diese Linde kennenzulernen und ihren Erzählungen zu lauschen, müssen wir nach Collm wandern oder fahren. Der gleichnamige Berg ist aus allen Himmelsrichtungen gut zu sehen. Auf dem Friedhof des Dorfes Collm finden wir dann die tausendjährige Linde. Sie ist bestimmt noch viel älter. In einer Leipziger Zeitung des Jahres 1830 wurde sie schon als tausendjährige Linde bezeichnet. Sei es, wies es sei. In den vielen Jahrhunderten hat sie viel gesehen und erlebt.
Wir betrachten ihren mächtigen Stamm. Seinen Umfang haben wir gemessen: An der Wurzel immerhin 14 m, in einem Meter Höhe noch 11 m; ihre Gesamthöhe beträgt 32 m und der Durchmesser der Krone ca. 25 m. Die letzten beiden Angaben konnten wir aber nicht nachmessen.
Auf einer Bank sitzend genießen wir die Strahlen der Sonne, da erzählt uns die Linde eine ihrer Geschichten aus den Jahrhunderten. „Es ist schon mehr als achthundert Jahre her. Da war an meinem Fuß etwas los. Es versammelten sich Markgrafen, Grafen und andere Fürsten mehrere Male im Jahr hier. Sie kamen von Meißen und noch weiter entfernten Orten, aber auch aus der näheren Umgebung. Der weithin sichtbare Collm ließ sie den Versammlungsort nicht verfehlen.“
Es verwundert uns etwas, wenn wir in den alten Urkunden nachlesen, daß Landthinge am Collm zu allen Jahreszeiten stattfanden. Das Vorhandensein eines hölzernen Pallas, vielleicht an der Stelle des heutigen Gasthofes, ist zu vermuten. Es wird Schwierigkeiten gegeben haben, die weitangereisten Teilnehmer angemessen unterzubringen, zumal viele Teilnehmer am Thing mit Gefolge kamen. Zum ersten von insgesamt 15 nachweisbaren Landthingen am Collm lud im Jahre 1185 Markgraf Otto der Reiche ein. Da wurden Verkäufe getätigt und beurkundet, Streitigkeiten in Besitzfragen geschlichtet oder beigelegt, Schenkungen beurkundet und Gericht gehalten. Das belegen die noch vorhandenen Urkunden.

Bild oben: Unser Gesprächspartner – die 1000jährige Linde im Ort Collm.

Bild unten: Auch das Collmer Gotteshaus steht schon seit vielen Jahrhunderten hier.
Collm Kirche
Es ist durchaus möglich, daß am Collm unter der Linde schon weit vor 1185 kleinere Things stattgefunden haben. Linden und Eichen waren Lieblingsbäume der Germanen, unter denen sie vorzugsweise ihre Things abhielten. Schon seit Beginn der Zeitrechnung führten die Germanen Versammlungen aller wehrfähigen Freien an bestimmten Orten durch. Da in dieser Zeit bei den Germanen noch keine Klassen und auch kein Staat existierte, waren diese Things noch Volksversammlungen. Aber die Erinnerungen der alten Linde an ihre Jugendzeit sind lückenhaft, so daß man solche Versammlungen nur vermuten kann.
Noch viel kann uns die Linde erzählen. Aber wir werden unterbrochen durch fröhliche Kinderlaute. Da kommt doch eine Schulklasse mit ihrer Lehrerin auf den Friedhof. Sogleich wollen sie den Stammesumfang messen. Fast 20 Kinder sind notwendig, bis der Kreis geschlossen ist! Bei so viel Treiben hat die Linde kaum noch Zeit, sich von uns zu verabschieden ...
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