Die Feldbahn in Glossen
Schnaufend nähert sich der „Wilde Robert“ dem Haltepunkt Glossen. Hier, an der Strecke von Mügeln nach Wermsdorf, wartet auf nur 600 mm Spurbreite ein Anschlußzug - die Feldbahn Glossen. Der „Wilde Robert“ hält. Für einen Augenblick ist der Bahnhof das Zentrum des Dorfes. Viele Neuankömmlinge steigen in die Feldbahn um. Die Verladerampe, bis 1972 wurde hier das Quarzitgestein auf die Waggons des „Wilden Robert“ umgeladen, ist heute Umsteigestation.
Eine junge Frau verteilt Prospekte. „Lesen Sie bitte“, sagt sie. Im Prospekt steht, daß die Feldbahnschauanlage Glossen die einzige dieser Größe in Deutschland ist und seit den 90er Jahren unter Denkmalschutz steht. Zu lesen ist auch vom langen Kampf des Betreibervereins „Feldbahnschauanlage Glossen e. V .“ gegen Treuhand und Bürokratie, bevor hier eine einzigartige Schauanlage der Produktionsgeschichte entstand. Und daß über 40 m Höhenunterschied zu überwinden sind.
Aber das merken die Besucher auch ohne Prospekt recht schnell. Inzwischen hat sich der kleine Zug in Bewegung gesetzt und fährt über zwei Brücken hinauf zum Steinbruch. Gelesen wird jetzt nicht mehr. Die junge Frau erzählt etwas über den früheren Gesteinsabbau und die Arbeitsbedingungen in jener Zeit. Hin und wieder stoppt der Zug. Zeit für ein Foto oder auch einen kurzen Rundgang.
Schautafeln geben Aufschluß über die Verwendung des Gesteins oder zur früher verwendeten Technik. Auch dem Naturschutz sind Tafeln gewidmet. Viele geschützte Pflanzen und Tiere haben in dem abseits der Zivilisation gelegenen Steinbruch eine Zuflucht gefunden.
Auf dem Rückweg wird am alten Lokschuppen eine Rast eingelegt. Wer möchte, kann eine Tasse Kaffee trinken oder ein Stück Kuchen essen. Andere kehren zu Fuß auf einem ausgeschilderten Rundweg noch einmal in den Steinbruch zurück, vielleicht, um noch einige abseits der Gleise gelegenen Ausstellungsgebäude anzusehen. Als der Zug später wieder talwärts fährt und die Verladerampe in Sicht kommt, wartet schon ein neuer Besucherpulk auf das Erlebnis „Feldbahnschauanlage Glossen“.
Bild oben: Mit etwas Glück begegnen wir einer echten Dampflok, die hier an bestimmten Tagen im Jahr zum Einsatz kommt.
Bild unten: Auf der Feldbahn im Jahr 1994.


