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Die Schlacht bei Torgau am 3. November 1760

Ansicht des 19. Jahrhunderts
Es ist das Duell dieses Krieges. Die beteiligten Feldherren – König Friedrich der Große für die Preußen und Generalfeldmarschall Leopold Graf Daun für Österreich – hatten sich in diesem Krieg bereits in mehreren großen Schlachten gegenüber gestanden. Bei jedem einzelnen Aufeinandertreffen beider ging es richtig eng zu, und Daun als Meister der Defensive hatte 1757 den Ruf der Unbesiegbarkeit von Friedrich zerstört. Torgau erlebt am 3. November 1760 das Finale dieses Duells, denn niemals wieder würden beide in einer Schlacht aufeinander treffen ...
Die österreichische Armee unter General Daun steht in einer nach Süden hin verschanzten Stellung auf den Süptitzer Höhen unweit Torgau, die österreichische Armee des General Lacy lagert zwischen dem Großen Teich und Torgau. Beide Armeen verfügen zusammen über etwa 55.000 Soldaten. Die Preußen müssen und wollen angreifen, denn nur ein Sieg kann den Kriegsschauplatz vom preußischen Territorium weiterhin fernhalten. Preußens König selbst teilt vor der Schlacht seine Armee. Etwa 30.000 Soldaten kämpfen unter seinem Kommando, und etwa 15.000 Soldaten unter dem Kommando des General Ziethen.
Karte von 1760
Ziethens Armee trifft vor Torgau auf eine Auffangstellung der Truppen des General Lacy. Da ein Angriff in der versumpften Ebene keinen Erfolg verspricht, begnügen sich beide Seiten tagsüber mit Artilleriefeuer, Kampfhandlungen in größerem Umfang finden hier nicht statt.
Die preußische Armee unter König Friedrich II. hingegen benötigt Stunden für den Marsch nach Norden und beginnt erst gegen 14 Uhr den ersten von insgesamt drei Angriffen im Norden der österreichischen Stellung, die hier offenbar nicht verschanzt ist.
Beim zweiten Angriff gelingt es den Preußen sogar, auf den Anhöhen von Süptitz Fuß zu fassen, aber ein von Marschall Daun persönlich angeführter Gegenstoß vertreibt die Preußen letztlich wieder. Kurz vor Sonnenuntergang, nach dem 3. Angriff, scheint es, als sei die Schlacht von den Österreichern gewonnen. Die verbliebenen Reste der Truppen des preußischen Königs ziehen sich ungeordnet zurück, an einen weiteren Angriff ist nicht mehr zu denken. Beide Feldherren sind verwundet. General Daun läßt sich mit Einbruch der Dunkelheit gegen 17 Uhr zum Verbinden nach Torgau bringen. Dann läßt er den Baron Rothschütz kommen, und gibt ihm die Siegesmeldung mit auf den Weg nach Wien, wo Rothschütz unter Vorreitung von 18 blasenden Postillons am Abend des 6. November 1760 eintrifft.
Reiterdenkmal Friedrich des Großen in Berlin
Aber der Kampf in Torgau ist noch nicht zu Ende. Nach Einbruch der Dunkelheit und dem Verstummen des Gefechtslärms bei Süptitz marschieren die noch ausgeruhten Truppen des General Ziethen nach links, um den König zu decken und um nicht getrennt zu werden. In der Dunkelheit greift General Ziethen das vor ihm liegende Süptitz an. Ein das Dorf verteidigendes Bataillon muß sich zurück ziehen, nachdem das Dorf in Brand gesetzt wurde. Dann erfolgt der Angriff auf die Höhen von Süptitz, der mit einem Erfolg und dem Rückzug der zuvor siegestrunkenen Österreicher endet. Etwa um 22 Uhr ist die Entscheidung gefallen, und Daun, der am Tag den preußischen König vernichtend geschlagen hatte, muß jetzt die Meldung entgegennehmen, daß die Schlacht verloren sei, und nur der Rückzug nach Dresden bleibt.
Für Leopold Graf Daun ist das der wohl bitterste Moment seiner Feldherrenlaufbahn, denn er hat das Finale seines Duells mit dem König zwar gewonnen, aber die Schlacht dennoch verloren. Die Gesamtverluste der Preußen in der Schlacht betragen etwa 16.500 Mann (davon ca. 3.500 Tote), die der österreichischen Hauptarmee etwa 15.000 Mann (davon ca. 1.500 Tote). Eine Schlacht wie in Torgau, in der es für Preußen um Alles oder Nichts geht, gibt es in diesem Krieg nicht noch einmal.



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