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Drachenhaus und Blütenmeer

Jahnishausen Riesa Nickritz
Unterwegs im Jahnatal von Riesa bis Seerhausen (ca. 6 km)

Heute geht es nun endlich ins Jahnatal. Wir treffen uns am Wegweiser an der Poppitzer Landstraße. Hier endet gleichzeitig das Stadtgebiet von Riesa. Poppitz, das Dorf in Sichtweite voraus, gehört durch Eingemeindung zwar auch zur Stadt, hat aber natürlich eine eigene Geschichte. Unmittelbar vor dem Ort sehen wir bereits die Jahna, erkennbar an den zahlreichen Uferbäumen. Unser Weg Richtung Süden führt uns jetzt in die Nähe dieser Bäume und dann eine Weile parallel zur Jahna. Von weitem grüßt uns rechts über das Feld ein ockerfarbener Kirchturm. Er steht direkt an der B 169 in der Nähe des Ortseinganges von Riesa und gehört ebenfalls zu einem heute eingemeindeten Ort - Pausitz.
Auf der anderen Seite der Jahna erkennen wir durch die Bäume Pferdekoppeln. Ziemlich schnell erreichen wir eine Brücke, die über unseren Weg hinweg führt. Noch bis 1997 hätte sich das Warten auf einen Zug gelohnt. Heute ist die Strecke Riesa - Lommatzsch - Nossen verwaist.
Wir stehen jetzt vor einer Straße, die rechts zur B 169 und links nach Nickritz führt. Hier wohnte einst ein „Drache“. Im November 1674 beklagte sich ein Nickritzer Ehepaar bei den Gerichten in Jahnishausen, daß ihre Nachbarn sie beschuldigen, sie hätten den Drachen. Das Haus der Nachbarn war nämlich niedergebrannt. Was lag also näher, als den Schuldigen woanders zu suchen? Also behaupteten die Nachbarn, das Ehepaar hätte dem Drachen eine zu heiße Morgensuppe vorgesetzt, worüber er böse geworden sei und dabei ihr Haus angezündet habe, aus dem er dann in Gestalt eines hellen Scheines entwichen sei.

Bild oben: Ein Blütenteppich im Frühjahr – der Park Jahnishausen.

Bild unten: Schloß Jahnishausen.
Jahnishausen Schloss Riesa Nickritz
Ob nach dem Freispruch des Richters die Sache aus der Welt war, dürfen wir getrost bezweifeln, denn der (Haus)Drache saß wohl eher im Nachbarhaus. Wir überqueren also die Straße geradeaus und radeln weiter. Bald kommen wir nach Oelsitz. Linker Hand erblicken wir einen Kirchturm, und wenn auch Jahnishausen nicht direkt an der Jahna liegt, sollten wir doch einen Abstecher in das Dorf unternehmen. Zuerst treffen wir links am Ortseingang auf einen der vielen schönen Parks entlang des Weges. Hier können wir getrost rasten. Im Frühjahr gibt es hier einen herrlichen Blütenteppich, aber der Park mit seiner Insel und dem darauf stehenden Tempel ist eigentlich zu jeder Jahreszeit sehenswert. Einst betrieb hier der sächsische Prinz und spätere König Johann seine Dante-Studien. Das Schloß, in dem er seinerzeit wohnte, harrt noch einer besseren Zeit. Ansonsten gilt für den Schloßkomplex das gleiche wie für Schloß Leuben zwischen Mügeln und Oschatz – wer hier kurz nach der Jahrtausendwende zum letzten Mal stand, wird seinen Augen nicht trauen. Auch hier müssen wir den Hut ziehen, denn ein solches Engagement ist auch heute nicht selbstverständlich.
Die Kirche des Ortes war Ende der 80er Jahre sogar schon zum Abriß freigegeben. Auch hier ein erfreuliches Bild – das Gotteshaus ist restauriert, und seit Jahren finden hier Konzerte und Ausstellungen statt.
Zurück zur Jahna. Auf einem schmalen, aber idyllischen Weg führt unsere Wanderung weiter in Richtung Süden. Näher kommender Straßenlärm läßt uns langsam fahren. Die B 6 ist erreicht. Da heißt es absteigen und schieben. Seerhausen ist erreicht.
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Rad- und Wanderkarte Riesa, Oschatz, Großenhain und Umgebung vom Verlag Dr. Barthel, Preis: 4,90 Euro



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