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Das Prälatenhaus zu Meissen

Ein Bilderbuch der Spätgotik

Prälatenhaus Meissen
Herzlich willkommen bei Gästeführer Robert Schmidt im mittelalterlichen Prälatenhaus Meißen!
Mehr als 20 in meinem Verlag erschienene Publikationen rund um das mittelalterliche Meißen (ein wenig Neuzeit ist auch dabei) und die Meißner Umgebung finden Sie hier.

Aktuell (Stand 1.3.2016) auf Grund von Bauarbeiten keine Führungen durch das Haus, sonst gern auf Anfrage, Tel. 03435/928252.

Eines der beliebtesten Fotomotive Meißens ist der Blick über den gotischen Staffelgiebel des Gebäudes Rote Stufen 3 zur Stadt hinab, der sich rechter Hand vor den Meißner Burgstuben dem Meißen-Besucher präsentiert. Bauherr dieses Gebäudes war um 1509/1510 der Vikar und Notar des Bischofs von Meißen, Nikolaus Heynemann. Heynemann ließ verschiedene Räume im Haus mit Malereien versehen und hatte mit Sicherheit Kontakte zu einflussreichen, kunstinteressierten Zeitgenossen. Zeugnis dafür geben auch die zahlreichen Bauwerke ab, die sein damaliger Dienstherr, Bischof Johann VI. von Saalhausen, errichten ließ.
Bodentreppe
Als nur ein Beipiel sei an dieser Stelle das 1497 fertig gestellte und heute noch weitestgehend im Originalzustand erhaltene bischöfliche Schloss zu Wurzen genannt. Von einem solchem Umfeld inspiriert, entstand in Meißen auf halber Höhe zwischen Schloßberg und Stadt ein Bilderbuch der Spätgotik, sowohl von außen als auch von innen.
Zwischen der Zeit vor 500 Jahren und dem heutigen Zustand durchlebte das Haus eine wechselvolle Geschichte. Meist befand es sich in Privatbesitz und wurde in kleinerem oder größerem Umfang den Nutzungsanforderungen des jeweiligen Besitzers angepasst. Als das Haus dann 1978 in die treuhänderische Verwaltung der Gebäudewirtschaft Meißen überging, schien schon kurze Zeit später sein Schicksal besiegelt, und der bereits beschlossene Abriss scheiterte am Ende nur an den technischen Möglichkeiten und den zu erwartenden Kosten.
Meißner Bürger, u.a. die Architekten A. und A. Hainz sowie der Restaurator G. Preuß, engagierten sich bereits damals für den Erhalt des Hauses. Ein Fanggerüst für herabstürzende Dachziegel wurde angebracht, die Dachhaut mit Planen gesichert und eindringendes Regenwasser aufgefangen. G. Preuß untersuchte das Gebäude im Rahmen seiner Diplomarbeit 1991/92 und entdeckte dabei die reiche freskale Ausgestaltung aus der Erbauungszeit.
Bildmotiv in der Bohlenstube im 2. OG
Eine spätgotische Eingangshalle mit Balkendecke, in zwei Bohlenstuben erhaltene deutschlandweit einmalige spätgotische Wandmalereien eines privaten Wohnhauses mit Parallelen zur Tafelbildmalerei der Cranach-Werkstatt, eine schwarze Küche oder Stabbohlenwände - das Prälatenhaus ist aus dem Meißner Stadtbild nicht mehr wegzudenken und nimmt dort inzwischen einen ganz besonderen Platz ein. Diesen Platz verdankt das Haus einem Prozess des langen Überzeugens und Ringens einiger weniger Visionäre. Im Ergebnis fasste der Stadtrat zu Meißen im Jahr 1998 den Beschluss, das Haus von einer Erbengemeinschaft zu kaufen und es dann dem bereits Ende 1989 gegründeten „Kuratorium Rettet Meißen – jetzt“ e.V. zur Sanierung und Restaurierung zu übergeben.
Die heute gastronomisch nutzbare Haushalle als zentraler Raum des gotischen Erdgeschosses fand zwischenzeitlich weitgehend zu ihrer ursprünglichen Gestalt zurück, die spätgotischen Malereien in den Bohlenstuben des ersten und zweiten Obergeschosses wurden ebenfalls restauriert. Zahlreiche Räume harren zwar noch ihrer Sanierung, aber durch Veranstaltungen wie Vorträge, Ausstellungen oder Führungen ist längst wieder Leben ins Haus zurückgekehrt. Weitere schöne Bilder vom Haus, gedacht als Einladung zum Kommen, finden Sie hier.
Standort Prälatenhaus
Hinweise zur Anfahrt

Wer das Prälatenhaus zu Meißen erreichen möchte, muß nicht nur im Haus zwingend Treppen steigen – vom Café Zieger (unten) führen links vor dem Cafe ca. 30 Stufen nach oben oder von den Meißner Burgstuben (oben) noch vor dem ersten Burgtor rechter Hand knapp 50 Stufen abwärts. Also das Auto entweder auf den Elbparkplätzen abstellen (von dort vielleicht 15-20 Minuten Fußweg) oder in der Stadt versuchen. Auch der neue Lift zum Burgberg ist eine Alternative. Oben angekommen, rechts halten und den Burgberg verlassen, über die Schlossbrücke durch beide Burgtore gehen, an den Meißner Burgstuben vorbei, und direkt dahinter ganz scharf links abbiegen und die Treppen heruntergehen (ein Schild zeigt, dass es Richtung Markt geht), nach knapp 50 Stufen ist das Ziel erreicht.
Das Bild ganz oben zeigt das Prälatenhaus mit seinem schönen Staffelgiebel, der eigentlich nicht zu übersehen ist. Rechts ein Plan mit dem Standort Prälatenhaus, Rote Stufen 3. Suchen Sie besser nicht nach einem Straßenschild mit der Bezeichnung "Rote Stufen", es wird schwierig ...



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