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Spätsommeridylle

Mordteich Dahlener Heide
Um Mordteich und Sieben-Quellen-Tal (ca. 10 km)

Ein sonniger Spätsommertag lädt heute zu einer Wanderung in die Dahlener Heide ein. Vorbei an Feldern mit reifendem Getreide fahren wir nach Schmannewitz, dem Ausgangspunkt unserer Wanderung.
Nachdem wir unseren fahrbaren Untersatz im Ort abgestellt haben, geht es zunächst ein Stück parallel zur Torgauer Straße in Richtung Norden. In Höhe des Ortsausganges Richtung Torgau biegen wir dort, wo die Straße scharf nach links abbiegt, geradeaus in Richtung Forsthaus ab. Die ersten Minuten unserer Wanderung müssen wir ohne Schilder oder Wegemarkierungen auskommen. Vom Forsthaus sind es – immer geradeaus – etwa fünf Minuten bis zur ersten Wegegabelung mitten im Wald. Hier steht zwar ein Wegweiser, aber leider ohne Schilder. Wir wählen den linken Abzweig, auf Wanderkarten „Hakenweg“ genannt.
Bei diesem Weg handelt es sich um die alte Straße von Schmannewitz nach Sitzenroda, ein Hinweis, den wir auch den Tafeln an der, ein paar Schritte von der Wegegabelung entfernten, sogenannten Landesbuche entnehmen können. Ausruhen müssen wir hier aber noch nicht, wenngleich eine Bank am Wegesrand immer zum Verweilen einlädt.
Zu dieser Jahreszeit ist es in der Heide besonders schön. Das Heidekraut blüht am Wegesrand, der eine oder andere Pilz lugt zwischen den Gräsern hervor, und das Zirpen der Grillen begleitet uns. Nach wenigen Minuten erreichen wir einen kleinen Waldteich. Still und klar ruht der Weiher unter den Bäumen. Seerosen blühen auf dem Wasser, und Libellen huschen flink von einem Ende des Teiches zum anderen. Sind es die Geister der hier einst ermordeten Jungfrauen? Die Sage erzählt, daß hier einst Jungfrauen, die sich zur Unzucht nicht hätten mißbrauchen lassen wollen, ermordet worden wären. Jeder Vorübergehende habe, der Sage nach, ein Holzscheit auf ihre Grabstätte geworfen, wodurch der Ort nicht unwesentlich erhöht worden sei.

Bild oben: Um den Mordteich rankt sich eine Sage.

Bild unten: Die H-Buche am Ende unserer Wanderung. Nach so viel schöner Natur tut etwas Abwechslung ganz gut. Wieder in Schmannewitz angekommen, sollten wir es daher nicht versäumen, dem schönen Museum in der Dr.-Alfred-Brehm-Straße (Tel. 034361/51683) unsere Referenz zu erweisen.
Die H-Buche in der Dahlener Heide
Vielleicht geht die Mordtat auf die Zeit um 1522 zurück. In diesem Jahre nämlich wurden Brosius Henke, Simon Wend und Hans Hirte zu Dahlen und Schmannewitz an der Straße in der Gegend des Teiches (vermutlich der Mordteich) an drei Säulen auf einmal verbrannt. Wahrscheinlich wählte man, zur Verstärkung des Eindrucks, den Ort der Mordtat auch als Hinrichtungsort.
Ob sich der Vorfall tatsächlich hier abgespielt hat? Wer weiß. Nachdenklich setzen wir unsere Wanderung fort. Hier am Mordteich treffen wir auch auf einen Wegweiser mit Schildern. Zunächst lohnt ein kleiner Abstecher linker Hand zu einem nordwestlich vom Teich gelegenen kleinen Moor, wohin ein schmaler, aber trockener Pfad führt. Im 17. Jahrhundert wurde hier Torf gestochen, seinerzeit ein beliebter Brennstoff. Wasserflächen sind aber heute nicht zu erkennen.
Zurück auf unserem eigentlichen Wanderweg setzten wir die Wanderung in Richtung Norden fort. Ziel ist das Sieben-Quellen-Tal kurz vor Sitzenroda. Der Weg dorthin ist ab hier gut ausgeschildert, und eine Rastmöglichkeit gibt es unterwegs auch. Nachdem wir den A-Weg erreicht haben, müssen wir links abbiegen. Hier wird unsere Wanderung zur Grenzwanderung, denn entlang dieses Weges verlief ab 1815 die sächsisch-preußische Grenze, die heute noch eine Sprachgrenze ist. Nur wenige hundert Meter weiter führt uns dann ein Pfad rechter Hand in das Tal. Ein herrlicher alter Buchenbestand erwartet uns. Trotz der Trockenheit ist es hier angenehm feucht und kühl. Leider wissen die Mücken diese Bedingungen auch zu schätzen, und so müssen wir erst einmal einen kleinen Überfall abwehren.
Tatsächlich treten in dem vergleichsweise doch recht kleinen Tal selbst bei diesem Wetter sieben Quellen aus dem Hang. Die eine mehr, die andere weniger stark, aber zusammen doch ein munter murmelndes Bächlein. Einige Brücken müssen wir hier überqueren, denn der Bach verläuft in zahlreichen Windungen durch das enge Tal. Am Ende des Tales finden wir eine botanische Besonderheit: die H-Buche, zwei in der Form des besagten Buchstaben zusammengewachsene große Buchen. Wenn wir möchten, können wir von hier aus in das nahe Sitzenroda weiterwandern, wo es neben dem gepflegten Dorf auch eine sehenswerte Kirche gibt. Ob wir dann unseren Weg zurückwandern möchten, oder doch lieber auf den Torgauer Linienbus warten und zurück nach Schmannewitz fahren, bleibt jedem Wanderer selbst überlassen.
Umfangreiche begleitende Literatur zu Ihrer Wanderung (im Regelfall über 20 verschiedene Beiträge und/oder Publikationen nur zu diesem einen Streckenabschnitt und seiner Umgebung, allein in den 44 Ausgaben des Mittelsächsischen Heimatboten finden sich über 500 verschiedene Beiträge zu Kultur und Geschichte der Region) finden Sie unter www.annalista-saxo.de, dort auch die Bestellbedingungen für die nachfolgend aufgeführte Fremdliteratur, die ebenfalls über uns bezogen werden kann:
Rad- und Wanderkarte Dahlener Heide, Wermsdorfer Wald und Umgebung vom Verlag Dr. Barthel, Preis: 4,90 Euro



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