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Schloß Großböhla bei Oschatz

Blick auf Schloss Großböhla
Schloss und Park Großböhla

Wer aus Richtung Dahlen kommt, den begrüßt schon von Weitem das zuletzt in der Barockzeit umgebaute Schloss zu Großböhla. Mächtige Kreuzgewölbe im Erdgeschoss deuten an, dass dieser Bau deutlich älter ist, als es von außen zunächst den Anschein hat. Wie alt genau – darüber gibt kein Schriftstück Auskunft. Lässt sich der ab 1224 in Urkunden präsente Albertus de Bele tatsächlich dem heutigen Großböhla zuordnen? Auch wenn dem nicht so wäre – die Form der alten Kirche, sie erhielt nach 1780 bei einem grundlegenden Umbau ihre jetzige Gestalt, spricht eindeutig dafür, dass deutsche Siedler die damals wohl slawische Siedlung Böhla wie viele andere Dörfer der Umgebung auch im endenden 12. Jahrhundert für sich entdeckten und hier ansässig wurden. Ein Indiz dafür könnte auch die „Tellerinsel“ im benachbarten Kleinböhla sein.
Urkunden aus alter Zeit liegen von Großböhla nur spärlich vor, zum früheren Aussehen des Schlosses gibt es gleich gar keine Nachrichten. Das mag auch daran liegen, dass der Ort und auch das Schloss wohl nur selten der Hauptsitz der jeweiligen Eigentümer waren. Trotzdem prägten besonders das 18. und frühe 19. Jahrhundert nicht nur Schloss und Kirche, sondern vor allem auch den Park. Uralte Baumriesen werfen lange Schatten auf das Wasser, Milane oder Sperber ziehen ihre Kreise, Schwäne und Enten tummeln sich auf zahlreichen Teichen, und viele Bänke laden Besucher dazu ein, hier die Seele einmal richtig baumeln zu lassen.
Am Nordrand des Parkes steht eine Gruft, in der verschiedene Generationen der Schlossbesitzerfamilie von Krosigk ihre letzte Ruhestätte fanden. Anlage, Alter und Standort der Gruft rufen Erinnerungen an Romantikparks wach, die in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts recht zahlreich in Sachsen entstanden und deren Handschrift der aufmerksame Betrachter auch im Großböhlaer Park noch erahnen kann. Im Zeitalter der Romantik ging Großböhla sogar in die Literaturgeschichte ein – Sali Manz, der „Romeo“ in Gottfried Kellers Novelle „Romeo und Julia auf dem Dorfe“, war im realen Leben ein Sohn des Schmiedemeisters und Schöppen Carl Gottlob Wilhelm aus Großböhla, der sich am 16. August 1847 gemeinsam mit seiner Liebsten bei Sellerhausen das Leben nahm. Immerhin blieb die Romantik von einst bis in die heutige Zeit erhalten, denn die im Park seit mehr als 70 Jahren vorhandene „Liebeslaube“ stammt in ihrem jetzigen Zustand erst aus neuerer Zeit.
Für alle in der Galerie gezeigten Schlösser gilt: In meinen Publikationen sind zu diesen Bauwerken oft zahlreiche Beiträge in Sammelwerken oder auch eigenständigen Arbeiten auf Papier erschienen. Fragen Sie einfach, ich stelle Ihnen gern eine Liste mit den hier vorliegenden Heften und Büchern zu „Ihrem“ Schloss zusammen.

Ihr Robert Schmidt



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