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Es klappern die Mühlen ...

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Mühlen in Grimma und Höfgen

Wenn nicht gar die älteste, so ist die 1170 erstmals erwähnte Grimmaer Großmühle doch wenigstens eine der ältesten sächsischen Mühlen. Sie wurde im Laufe der Zeit zu einem Komplex von Wasserrädern angetriebener Maschinen: als Getreide-, Öl-, Loh- und Brettmühle. Ebenso stand auf der Mühleninsel eine „Tuchwalke", in der eingeweichte Wollstoffe solange geklopft wurden, bis sich die Fäden verfilzten und den Stoff elastisch stabilisierten. Die Mühle wechselte im Besitz von der burgherrlichen zur Kloster-, Stadt- und Privatmühle. Den steinernen Mühlsteinen folgten 1884 die Walzenstühle, bei denen zwei stählerne Walzen mit unterschiedlichen Oberflächen und Geschwindigkeiten in einem eisernen Gestell laufen. Die von unten angetriebenen hölzernen Wasserräder, zeitweise waren neun Räder im Einsatz, wurden 1935 durch moderne Wasserturbinen ersetzt, die bis heute laufen.
Derzeit ist die Zukunft der geschichtsträchtigen Mühle ungewiß. Dem Aufstieg zum ersten Mühlenmuseum der DDR (ab 1952), dank des Wirkens von Dr. Hermann Gleisberg, folgte in den 70er Jahren die Verlagerung des Museums nach Bernburg und später auch die Demontage wichtiger Teile. Die Turbinen von 1935 sind derzeit die einzigen noch in Betrieb befindlichen Überbleibsel der ehemaligen Großmühle. Direkt an der Großmühle befinden sich auch Hochwassermarken vergangener Tage, man glaubt es kaum, wie weit es nach oben steigen konnte.

Bild oben: Vom Mühlenmuseum in Höfgen (Tel. 03437/917105) ist es nur ein kurzer Weg bis zur Mulde, wo man mit der Fähre zum Radweg übersetzen kann.

Bild unten: Die Schiffsmühle auf der Mulde bei Höfgen.
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Als eine der einst überall sehr zahlreichen, kleinen Wassermühlen steht heute als technisches Denkmal - mit einer kleinen musealen Ausstellung bereichert - die Wassermühle in Höfgen. Offiziell wurde sie im kursächsischen Mühlenverzeichnis von 1721 erstmals genannt, das wahre Alter läßt sich nicht bestimmen. Bis 1954 wurde mit den beiden Steingängen und dem Walzenstuhl gemahlen, zuletzt nur noch geschrotet. Brot, Kuchen und Stollen buk man auch noch später im eingebauten Backofen.
Die rein museale Nutzung begann 1976, nachdem die Mühle und die komplette Technik durch das Bemühen von Dr. Hermann Gleisberg und Renate Sturm-Franke erhalten worden war. In der kleinen Ausstellung gibt es eine hiesige, frühgeschichtliche Handreibemühle ebenso zu sehen wie eine Körnerstampfe, mit der Graupen gewonnen wurden. Auch ein fast vier Meter messendes Wasserrad ist seit 1980 wieder zu bestaunen.
Die neben der Wassermühle befindliche Gaststätte gleichen Namens ging aus einem Nebenerwerb hervor: Seit 1826 darf der Müller an seine Mahlgäste Branntwein ausschenken. Geld bekam der Müller erst ab 1861 für seine Arbeit, nachdem in Sachsen die allgemeine Gewerbefreiheit eingeführt worden war. Bis dahin erhielt er seinen Lohn in Form von Naturalien, dem Mahlgut.
Eine andere Linie in der Familie der Getreidemühlen waren die heute in Europa nicht mehr existenten Schiffsmühlen. Sie lagen einst an allen wasserreichen Flüssen Deutschlands, meist in der Nähe großer Städte. Eine solche Schiffsmühle war zwischen 1844 und 1871 an der heute gleichnamigen Gaststätte in der Mulde verankert. Sie fiel einer winterlichen Brandkatastrophe zum Opfer. Als freie Variante wurde eine neue gebaut, die nun ebenfalls bei Höfgen auf der Mulde ihren Platz gefunden hat. Das vom Wasser angetriebene, sich emsig drehende Mühlrad vermittelt einen Eindruck von dieser sonst nirgendwo mehr in Funktion zu sehenden Mühlenart. Im Sommer als touristische Attraktion in der Mulde verankert, verbringt sie den Winter vertäut an einem hochwasser- und eisgangsicheren Platz.
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