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Gäste auf Schloss Wurzen erzählen   Führung am 30. Oktober 2011, geschrieben von Grit Jähn
Auf herbstlicher SchlösserTour radelten vier Oschatzer am letzten Oktobersonntag nach Wurzen zum ältesten Schloss. Nach dem köstlichen Pedalrittermahl in der Hofstube eilte ein bischöflicher Notar herbei, die hohe Anzahl der Gäste, welche auf der Zugbrücke Einlass in das unverschlossene Schloss begehrten, in die Urkundenrolle des Tages zu vermerken. Eingeladen hatte Notarius Nikolaus Heynemann, die spätgotischen Residenz seines Auftraggebers, des Bischofs von Meißen, in Augenschein zu nehmen.
Die Erwartungen der Gäste wurden sofort erfüllt, als diese die von duftenden Brunchgerüchen geschwängerte Eingangshalle und die große Hofstube mit den beeindruckenden Netzzellengewölben betraten und
erste Zeitzeugnisse und wertvolle Details des herrschaftlichen
Anwesens sichtbar wurden.   Ein derber Kontrast bot sich den Burgenromantikern, als diese nach dem Bestaunen der engen uralten brandgeschwärzten Wendeltreppen, des auf Instandsetzung wartenden Trinkstübchens und mystischer Geheimgänge, dann der unerwarteten Tristesse eines systemüberholten weniger charmanten Polizeialltages in den Oberstübchen gewahr wurden.
Der kunstgeschichtlich bewanderte und gewandete Gästeführer verstand diese Zeitsprünge mit Legenden geschichtlich unterhaltsam zu untermalen und das Schloss-Image zugunsten der heute so mutigen Besitzer zu stärken und verabschiedete dann die Besucher auf den Pfaden der Gebeine des heiligen Bischofs Benno zu Meißen wieder in die Oktobersonne zur Heimfahrt.   Führung am 15. Januar 2012, geschrieben von Kathrin Krüger-Mlaouhia aus Großenhain
Begeistert von der Führung auf Schloss Wurzen
Ein Behördenschloss, das älter ist als die Albrechtsburg in Meißen. Eine Küche, die eine Rutsche für Speisereste nach draußen hatte. Ein Schlossturm, in dem sich ein Stasi-Zimmer befand - so viele Dinge gibt es auf Schloss Wurzen zu entdecken! Dank einer Führung des Oschatzer Heimatautors Robert Schmidt haben wir das wunderschöne Ensemble am Amtshof kennen- und schätzen gelernt. Wie schön, dass es Menschen gibt, die mit Enthusiasmus dieses historische Erbe bewahren.
Aber bei der Führung wurde auch deutlich, wie viel hier noch zu tun ist. Wir sahen die Räume im zweiten Obergeschoss, einst von der Polizei genutzt. Hier hängt noch die Tapete in Fetzen von der Decke. Doch es gibt auch den Raum, der ganz mit Weinlaub ausgemalt war. Wie toll wäre es, wenn das wieder freigelegt wird!
Dank der regelmäßigen Führungen erwacht das Schloss mehr und mehr aus seinem erzwungenen Schlummerdasein und wird bekannter. Die Spendentruhe füllt sich. Und erst recht ist ein Besuch im Schlossrestaurant mit exzellenter Küche zu empfehlen.
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