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Über mich

Barock gewandet in Tiefenau.
Robert Schmidt
JG 1964, geboren in Bad Doberan
Lebt seit 1989 in Oschatz
Zwei erwachsene Kinder
Berufsausbildung als Landmaschinenschlosser und Diplom-Verwaltungswirt (FH)
Seit Juni 1996 Inhaber einer kleinen Firma, Verleger und Autor von bisher über 140 meist regionalgeschichtlichen Publikationen
Von 1996 bis 2008 Herausgeber der Zeitschrift "Der mittelsächsische Heimatbote" (44 Ausgaben)
Von 1998 bis 2008 Herausgeber der Reihe "Denkmale im Landkreis Döbeln" (10 Ausgaben)
Seit 2000 Herausgeber der Reihe "Mittelsächsischer Erzähler" (63 Publikationen)
Seit 2000 zahlreiche Aufsätze zur Regionalgeschichte sowie zu Personen und Objekten der Literaturgeschichte, u.a. der Frühklassik um 1750 sowie der Romantikzeit
Seit 2003 Führungen und Vorträge zur Regional-
geschichte, allein seit April 2010 über 200 Veranstaltungen
in fünf Bundesländern
2008 Fotoausstellung mit romantischen Bildern aus dem mittelsächsischen Raum
2009 Idee, Text und Regie bei einem kleinen Theaterstück der "Oschatzer Franziskaner"
2009 Lesung/Fotoschau mit Gedichten und Parkbeschreibungen der Romantikzeit
2010 Idee, Text und Regie bei einem kleinen Theaterstück zur Barockzeit
2010 Idee, Text und Regie bei einem kleinen Theaterstück zur Reformationszeit
2010 Idee, Text und Regie bei einem kleinen Theaterstück zum Klosterleben im Mittelalter
Seit 2011 Schlossführer im ältesten Schloss Deutschlands als bischöflicher Notarius Nikolaus Heynemann
Aktuell Mitglied im "Leubener Schloßverein e.V." sowie im "Gästeführerring Südbrandenburg-Nordsachsen e.V." - siehe unter "Freunde und Partner" auf dieser Seite.



Als ich vor gar nicht allzu langer Zeit an einem Klassentreffen teilnahm, und man mich dann am Ende, ich war bei 2008 angelangt, fragte: „Und was machst Du heute?“, da habe ich wahrheitsgemäß ganz kurz geantwortet: „Heute bin ich fahrender Sänger.“

Die meisten ehemaligen Mitschüler verschluckten sich gleich, aber ich denke, die Antwort war so schon völlig korrekt. Im Mittelalter gab es zwar nun keine Mails, und auch das Telefon war noch nicht erfunden, aber ansonsten hat sicher auch der gute Walther von der Vogelweide vermutlich nicht einmal selten den Ruf eines Markgrafen oder Herzogs erhalten und folgte ihm. Und das nicht nur, weil ihm als fahrendem Sänger ohne Haus und Hof wirtschaftlich im Grunde gar keine Wahl blieb, sondern auch, weil er es selbst für das Beste hielt und weil es wohl die Rolle seines Lebens war. Um ein Lehen, Grundvoraussetzung für Haus und Hof, bewarb er sich bei seinen Gastgebern in Form von Liedern oft, immer erfolglos. Ausgerechnet der Kaiser Friedrich II. selbst war es dann, der dem König der Minnesänger „standesgemäß“ sein Lehen gab und diesem damit den Traum von Haus und Hof doch noch erfüllte.

Der Kaiser ist nun heute noch nicht zu sehen, und der Seiteninhaber singt auch nicht, sondern hält reich illustrierte Geschichtsvorträge mit neuzeitlichem Beamer und Leinwand, oft in historischer Gewandung als barocker Scriptorius oder als bischöflicher Notar Nikolaus Heynemann, und dann nicht selten in Begleitung sprachgewandter Damen der Zeitgeschichte, die ihm das Leben nicht immer einfach machen. Auch Führungen in Schlössern oder an historisch bedeutsamen Orten in der freien Natur gehören zum neuzeitlichen Angebot. Aber ansonsten gleichen sich die Bilder durchaus, denn wie die fahrenden Sänger vor 800 Jahren bin auch ich heute auf Einladungen von Vereinen, Firmen, Behörden oder Gesellschaften zwingend angewiesen, wenn es zum Lebensunterhalt reichen soll. Und die Sponsoren - auch Walther von der Vogelweide wird solche Menschen gekannt haben, die ihm halfen, bevor der Kaiser kam. Wer heute Kaiser spielen möchte, muß indes nicht gleich Grundstücke schenken – der „Fahrende Sänger der Neuzeit“ würde auch gern länger an einem Ort verweilen, gewiß nicht zum Nachteil des Gastgebers ...

Etwas irreführend ist der Begriff „Fahrender Sänger“ freilich schon, denn gefahren ist damals von den Herren wohl kaum jemand. Wandern war angesagt, und auch wenn ich selbst nun zu meinen Vorträgen tatsächlich meist das Auto benutze – Wandern ist auch bei mir angesagt, allein seit Anfang 2011 weit über 1.000 Kilometer.
Als Notarius Nikolaus Heynemann im Einsatz.
Wanderungen gab es natürlich auch schon vorher, sowohl durch die Geschichte als auch durch die Natur. Insgesamt sind in meinem Verlag von 1996 bis heute knapp 150 Publikationen erschienen (Informationen dazu unter www.annalista-saxo.de). Im Mittelpunkt der Arbeit stand von 1996 bis Ende 2008 der Mittelsächsische Heimatbote, aus dem – verfaßt von verschiedenen Autoren – hier bei Wanderwelt-Mittelsachsen einige Wanderungen sowie die Mehrzahl der Begleittexte zu den Wanderungen stammen, wenngleich für diesen Zweck überarbeitet.

Die vorgestellten Wanderungen sind oft schon vor Jahren (teils auch von Autoren des Mittelsächsischen Heimatboten) erwandert worden, und es wird nicht ausbleiben, das vielleicht Manches so nicht mehr stimmt bzw. Neues hinzugekommen ist, was Erwähnung finden sollte. Gleiches gilt für die Fotos, von denen die ältesten kurz nach 1990 entstanden. Hinzu kommt, daß ich seit Mitte 2008 nach einem schweren Unfall kein Fahrrad mehr besitze (was sich auch perspektivisch nicht mehr ändern wird), so daß verschiedene Wanderungen zwar aus Sicht eines Radlers geschrieben sind, aber eben nicht mehr immer aus eigener Erfahrung. In all diesen Fällen sei der geneigte Leser um Nachsicht gebeten – verbunden mit der Hoffung auf entsprechende Hinweise, denn nur dann ist Abhilfe möglich. Wer diese Hinweise persönlich geben möchte, der sollte den „Fahrenden Sänger“ einfach bei einem der zahlreichen Termine überraschen.

Am Ende dieser Vorstellung noch ein kleines Gedicht zu einem geheimnisvollen Ort, wo sich der "König der Minnesänger" und der "Fahrende Sänger der Neuzeit" hin und wieder begegnen ...


Gieß, lieber Mond, gieß deine Silberflimmer
Durch dieses Eichengrün,
wo Phantasien und Traumgestalten immer
Vor uns vorüber fliehn!

Enthülle dich, dass wir die Stätte finden,
Wo einst ein Fahrend Sänger saß,
Und dann, im Wehn des Eichbaums und der Linden
Der Meißner Burg vergaß.

Tief aus vergangnen Zeiten steigt das Ganze,
An schroffen Mauern, die der Wind umrauscht,
Und wo den Sänger oft im Silberglanze
Der volle Mond am Dornenbusch belauscht.

Noch heute geht, umhüllt die Nacht die Fluren,
Des Sängers Schatten die geliebten Spuren.
Und ist es auch nur ein Gedankenstreich,
So wird’s durch unser Dasein doch bedeutungsreich.



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