Die Muldentalbahntrasse von Golzern bis Großbothen als Radweg (ca. 12 km)
An der Papierfabrik in Golzern geht es weiter in Richtung Süden. Noch ist die Mulde unser steter Begleiter, spenden ringsum Gebüsch und trassenumsäumende Baumgruppen vor allem bei brennender Julisonne angenehme Kühle. In Dorna-Döben tritt der Trassenweg ins Freie. Hier hatte die Gemeinde einen Haltepunkt, dessen Einrichtung nicht einmal mehr zu erahnen ist. Dafür geht der Blick hinauf zum Berg, wo bis 1971 auf einem Felsvorsprung Schloß Döben stand, heute jedoch die Dorfkirche diesen Blickfang einnimmt.
Am Radweg begegnen uns seit einiger Zeit mehrere Streckenkilometersteine, die vermutlich örtliche Vereine als Erinnerung an die Bahnstrecke aufgestellt haben. Die nun folgende nördliche Muldenausbuchtung begleitet der Radweg nicht, denn er bleibt auf der Bahntrasse und verläßt diese erst 1.000 Meter vor dem früheren Stationsbereich des „Unteren Bahnhof“ Grimma, um dann in den Muldewiesen einen eigenen Weg zu nehmen. Grimmas „Unterer Bahnhof“ entsprach in seiner baulichen Ausstattung dem Bahnhof Colditz. Es ist nun bereits 37 Jahre her, seit hier der letzte Zug ein bzw. ausfuhr. Die einstigen Anschlußbauten des Bahnhofs und sein Stationshaus stehen heute noch.
Von hier aus folgt der Weg auf östlicher Muldenseite nahezu gradlinig mit freier Sicht auf die vom Hochwasser 2002 zerstörte Pöppelmannbrücke sowie Grimmas Stadt- und Ufermauern nebst den dahinter liegenden mittelalterlichen Stadtbauten bis hin zur Großmühle. Bald wird hier die geplante Hochwasserschutzmauer die Blicke auf sich lenken.
Auf Höhe der 1792 auf einem Porphyrfelsen errichteten Landhaus „Gattersburg“ mit seiner durch Hochwasser mehrmals zerstörten Hängebrücke müssen wir die Trasse verlassen und uns über die Hängebrücke auf die westliche Muldenseite begeben. Eine andere Muldenüberquerung war bis zum April 1945 mit der Eisenbahn möglich. Diese Rabensteinbrücke, benannt nach einer felsigen Aussichtshöhe auf der östlichen Muldenseite, wurde 1931 durch eine Stahlkonstruktion erneuert. Anfang April 1945 sprengten die Faschisten das Bauwerk, um das Vorrücken der Alliierten zu verhindern. Heute ist nur noch das östliche Widerlager der Brücke als Relikt vorhanden.
Bild oben: Blick auf den Grimmaer Markt mit dem Rathaus.
Bild unten: Im Kloster Nimbschen.


