Der älteste Raum von Oschatz
Bei einem Rundgang durch die schöne Oschatzer Innenstadt mit den beiden Märkten, dem Brunnen und dem Museum darf auch ein Abstecher zur Klosterkirche nicht fehlen. Oft gehen dabei vor allem Ortsunkundige achtlos an dem der Klosterkirche gegenüberliegenden Archidiakonat in der Brüderstraße 8 vorbei. Eine Tafel verweist hier auf das Vorhandensein des wohl ältesten Raumes der Stadt Oschatz, der Elisabethkapelle. Nach Anmeldung im Pfarramt Oschatz ist der Raum für uns zu besichtigen.
Über 600 Jahre ist es her, als am 29. August 1394 der damalige Wurzener Domherr Nikolaus Homut den Meißner Burggrafen das Gebäude zu Lehen abkaufte. Anschließend ließ er hier ein Hospital für Arme sowie eine Kapelle errichten. Anfangs dem heiligen Leichnam und dem Blute Christi gewidmet, erhielt sie später den Namen St. Elisabeth, der 1506 erstmals urkundlich belegt ist.
Es ist grenzt an ein Wunder, daß die Kapelle bis heute erhalten blieb. Ein Blick auf die Oschatzer Geschichte besagt, daß Stadtbrände in den Jahren 1429, 1616 und zuletzt 1842 jeweils fast die gesamte Innenstadt in Schutt und Asche legten. Unter den wenigen Gebäuden, die alle Brände überdauerten, befindet sich auch das heutige Archidiakonat.
Wenn wir den 8,40 m x 7,20 m umfassende Kapelle betreten, lassen wir den Lärm der am Haus vorbeiführenden Straße hinter uns. Bänke laden ein, den Raum in seiner ganzen Schönheit zu betrachten. Die zwei gotischen Kreuzgewölbe wirken besonders durch ihre farbliche Gestaltung. Beide Schlußsteine des Gewölbes sind mit Rosen verziert. Die an den Wänden befindlichen
Malereien stammen aus der Zeit um 1400. Leider sind durch verschiedene Baumaßnahmen wie Fensterdurchbrüche oder Wandschränke einige der Bilder verloren gegangen. Bei der von C. Gurlitt im Jahre 1905 vorgenommenen Inventarisierung der Bau- und Kunstdenkmäler des Königreiches Sachsen (27./28. Heft) fanden auch die Wandmalereien in der Elisabethkapelle Erwähnung, aus der nachfolgend die wichtigsten Details wiedergegeben werden sollen.
Bild oben: Der schöne Oschatzer Markt mit Rathaus und St. Aegidienkirche (Tourist-Info: 03435/970242).
Bild unten: Eine Abbildung des St. Paulus mit dem Schwert schmückt die Westwand der Kapelle (Tel. für Anmeldung 03435/920462).


